SYNTAGMA MUSICUM II

http://ia600501.us.archive.org/22/items/SyntagmaMusicumBd.21619/PraetoriusSyntagmaMusicumB2.pdf

Theoretische Werke

SYNTAGMA MUSICUM TOMUS II (1619)

SYNTAGMA MUSICUM II, Titelblatt, Quelle: Faksimile-Nachdruck 1958

Im zweiten Band werden sowohl „Außländische, Barbarische, Bäwrische als auch Einheimische, Künstliche, Liebliche“ Instrumente beschrieben und in maßstabsgetreuem „Abriß“ abgebildet. Praetorius macht praxisbezogene Angaben zu Tonumfang und Intonation, Stimmung und Spieltechniken aller damals bekannten Instrumente. Zu 33 Orgeln aus 23 Orten (z.B. Danzig, Breslau, Hamburg, Rostock, Leipzig, Magdeburg, Braunschweig) gibt Praetorius die Dispositionen an.

Zur weiteren Information sei auf das Inhaltsverzeichnis und das Digitalisat verwiesen.

Seit dem 20. Jahrhundert ist dieser Band einer der wichtigsten Quellen für Instrumentenbauer und Organisten, um eine Vorstellung über Klang und Spielweise von Renaissance-Instrumenten zu erhalten. Er ist für die Rekonstruktion historischer Instrumente von maßgeblicher Bedeutung.

Ein Auszug aus Syntagma Musicum II zeigt Praetorius als peniblen Systematiker:

Was die Beschreibung der Musicalischen Instrumenten anlangen thut / so werden sie beschrieben / das es sein Kunstreiche Wercke vornehmer vnd tieffsinniger Künstler / welche dieselbe aus fleissigem nachdencken vnd embsiger vbung erfunden / aus tüchtiger Materi zubereitet / vnd mit eigentlichen und proportionirten Figuren aus der Kunst efformiret“ (S. 1)

Welche aber durch den Menschlichen Athem angeblasen werden / die nennet man Inflatilia, Blasende Instrumenta. […] Etliche aber haben löcher / welche wenn man drein bläset / mit den Fingern bald zugedruckt / bald widerumb offengelassen werden / nach dem der Thon im Gesang solches erfordern thut.

Diese Instrumente welche löcher haben / seynd abermahl dreyerley. Die ersten haben die löcher allein fornen; Die andern haben sie fornen und hinten; Die dritten haben dieselben fornen / hinten und an den seyten.“ (S. 2/3)

Zincken / […] seynd zweyerley / Recti vnd Curvi, gerad und krumb. Recti, oder der geraden Zincken seynd wiederümb zweyerley:

1. Cornetto diritto, ist ein gerader Zinck / darauff ein absonderlich Mundstück gestecket werden muß.

2. Cornetto muto aber / do das Mundstück zugleich mit an den Zincken gedrehet ist; vnd diese seynd am Resonantz gar sanfft / still / vnd lieblich zu hören. Darümb sie dann auch stille Zincken genennet werden.

3. Cornetto curvi, daß seynd die schwartzen krumbe Zincken.

Es geben aber alle Zincken ohn vnterscheid 15. Thon Natürlich / vom a biß ins a“: Wiewol etzliche noch das e“‘ gar wol / vnd bißweilen auch das g“‘ oben erreichen vnten aber das g vnd f im falset zu wege bringen können.“ (S. 35/36)

SYNTAGMA MUSICUM II Sciagraphia Tafel VIII

5 Schwarzer oder krummer Zink, 6 Stiller Zink, 8 Gerader Zink mit Mundstück, 9 Stiller Zink

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